Konsolen und ihre Probleme

Der Stein des Anstosses

Die Ankündigung von Ubisoft dass Assasin’s Creed Unity auf der Xbox One und Playstation 4 nur in 900p (1600×900) und auf 30 FPS beschränkt laufen wird, hat zu einem Sturm der Empörung gesorgt. Xbox One Besitzer sind sich das gewohnt, dass ihre Konsole keine wirklich aktuelle Grafikauflösung bieten kann. Während am TV noch 1080p die Standardauflösung ist und wohl ab nächstes Jahr allmählich 4K TVs bezahlbar werden, so sind bei Gamer PCs grössere Monitore mit Auflösungen über Full-HD keine Seltenheit mehr. Ich selber spiele auf 1440p (2560×1440), das entspricht ca. 3,7 Millionen Pixel. Gegenüber ca. 2.1 Millionen Pixel von Full HD sind das 177% an Rechenpower die es nur für die Pixeldarstellung braucht. Hier fragt sich so mancher, ob man das überhaupt braucht. Erstens je grösser eine Bildfläche wird, je besser sollte die Auflösung sein. Und nur weil man einzelne Pixel nicht erkennen kann, heisst das nicht, dass man im Gesamtbild der Unterschied gerade in Form von Bildschärfe nicht erkennen kann. Ich selber finde, die gut 80% die meine Grafikkarte mehr leisten muss, ist es was die Bildqualität und Detailgrad anbelangt mehr als wert.

Inkompetenz und Unwille

Kommen wir aber zurück zu Ubisofts Problem mit dem nächsten Assasin’s Creed Titel. Laut Ubisoft wollen sie kein Unterschied zwischen Xbox One und PS4 um der Diskussion aus dem Weg zu gehen. Als Playstation 4 Besitzer mit deutlich stärkerer Hardware als die von der Xbox One (ca. 40% mehr Leistung bei der GPU), würde mich so etwas zurecht sauer machen. Der Faulheit wegen wird die Playstation 4 Version schlechter als das sie sein müsste. Wenn das Schule macht, dann gute Nacht. Also Sony würde ich da auf die Entwickler einwirken, denn wirklich viel mehr Aufwand die bessere Hardware auch aus zu lasten ist es nicht, sofern man technisch nicht gerade ein Vollpfosten ist. Leider ist die Kompetenz gerade in den Konsolen geführten Gefilde eher bedenklich, wenn man sieht wie zum Beispiel eines der erfolgreichsten Studios „Rockstar“ für schlechte Portierungen und für schlecht skalierende Engines entwickelt. Wenn man gleichzeitig sieht wie Studios die die Engine selber entwickeln vom Tablett bis Highend PC skalierend ihre Spiele optimieren (Crytek, Epic Games), dann kann man darüber nur den Kopf schütteln.

Lowend Hardware

Als Begründung für diesen Schritt fügt Ubisoft noch an, dass es damit zu tun hätte, dass die CPU Rechenleistung der neuen Konsolen viel geringer ausfalle, als sie ursprünglich angenommen hatten. Dies würde ein Engpass wegen der aufwendigen künstlichen Intelligenz (KI) mit sich bringen. Da stellen sich mir weitere Fragen: A) Seit wie lange ist der Titel in der Mache. Seit 2 Jahren dürfte man als Entwickler die definitive Hardwareausstattung der neuen Konsolen wissen. Also noch genug Zeit um um zu planen. B) Warum soll die Grafik darunter leiden, weil der CPU mit 8 Kernen viel mit der KI beschäftigt ist. Also nehmen wir mal an, die Hälfte der Kerne reservieren wir für die KI, dann bleiben uns immer noch 4 Kerne für die Shader Aufbereitung, das System, Speichermanagement etc. Klar ist die APU von AMD ein lowend CPU der nicht mal annähernd sich mit aktuellen CPU’s von Intel vergleichen lässt. Aber ich meinte immer, wenn man die genaue Hardware kenne, könnte man auch extrem darauf optimieren. Mein i7 von Intel langweilt sich bei den meisten Spiele zu Tode und bleibt meist irgendwo bei 1.8GHz unten, also etwa dieselbe Frequenz wie die APU der Konsolen. Das Hauptproblem dieser APU ist, dass es kein richtiger 8 Kern CPU ist. ARM Quadcore CPUs die inzwischen in Tablett und Smartphone der neuesten Generation verbaut werden und etwa auf denselben Niveau getaktet sind, sind nicht mehr merklich langsamer. Und das ist doch schon ein Indikator, wie sehr man mit der Rechenleistung bei den neuen Konsolen gespart hat.

Sei es darum wie es ist, wir können es nicht ändern. Aber es zeigt einfach, dass ohne enorme Optimierungen die neuen Konsolen quasi schon ab dem ersten Tag am Leistungslimit sind. Bei der Xbox One ist der Flaschenhals die 32MB ESRAM in der das gesamte Bild gebuffert werden muss. Und bei einem 1080p Bild ist da eben bei 30 FPS Schluss. Bei beiden Konsolen scheint es die schwachen CPU Leistungen zu sein. Und das bringt mich an einen Punkt wo ich echt schwarz sehe für die Konsole.

Fortschritt in Frage gestellt

Was erwartet man von einer nächsten Konsolen Generation? Etwas neues, etwas was die Vorgänger Generation so nicht bieten konnte. Und ich glaube das Argument, bessere Grafik allein, sticht heutzutage nicht mehr. War gerade letzte Konsolen Generation der Schritt bei den Polygon Zahlen und aufwendigen Welten zur unmittelbaren Vorgänger Generation enorm, so ist sie es rein zahlenmässig diese Generation zwar auch. Aber der Schritt von 300 Polygonen zu 3000 Polygonen pro Charakter als Beispiel, ist empfunden viel grösser als jetzt von 3000 zu 30’000 Polygone pro Charakter. Man hat bzg. Grafik längst ein Grad erreicht der reicht eine Welt glaubwürdig darzustellen. Erste Versuche die Mehrleistung für eben mehr Polygone pro Charakter zu nutzen, enden oft im uncanny Valley (unbehagliches Tal). Ich habe erst letztlich Screenshots vom aktuellen UFC Spiel gesehen, das eine unwirkliche Körperhaltung zeigte. Aber auch gewisse Screenshots von den Gesichter des aktuellen FIFA Spiels sehen unnatürlich aus.

Das unbehagliche Tal der Diskrepanz zwischen Anspruch und wahrgenommene Wirklichkeit bezieht sich aber nicht nur auf den grafischen Bereichs sondern laut Psychologie hauptsächlich auf Verhalten und Verhaltensmuster. Wenn man heute Spiele wie Shooter anschaut, haben die ein paar Dutzend vorhersehbare Verhaltensmuster im Repertoire. Das war es dann aber auch schon. So etwas ist von einem Menschen einfach zu erfassen und überschaubar und fällt daher als unwirklich auf. Selbst ein paar hundert Muster wären immer noch unzureichend um ein glaubhaftes Verhaltensbild wieder zu geben. Das aber schon übersteigt die Möglichkeit an Entwicklungsaufwand und Leistungsvermögen bestehender Projekte und Hardware. Gerade darum wäre bzg. KI ein massiver Anstieg der Rechenpower nötig gewesen, damit man hier ein wirklichen Schritt nach vorne und damit eine neue Dimension der Immersion schaffen könnte. Das hätte Spiele wirklich auf ein neues Niveau gehoben, wird aber wohl diese Generation mangels Rechenpower ausbleiben.

Es fehlt an allem

Der aktuellen Spielkonsolen Generation fehlt nach wie vor nicht nur die richtig guten Spiele, es fehlt allen voran der Aha-Effekt. Microsoft meinte mit so Spielereien wie Kinect 2 die Leute überzeugen zu können, aber mir war schon mit dem ersten Kinect klar geworden, dass es eben wirklich nicht mehr als eine Spielerei ist die sehr schnell langweilt. Jetzt wird immer mehr offensichtlich, dass die Entscheidung zwar zu mehr Speicher sicher eine gute Wahl war, aber dafür stimmt die Hardware Rechenleistung gerade beim CPU nicht. Man kann natürlich Algorithmen auch in Sache Effizienz optimieren, aber das ist nicht gerade billig. So befürchte ich, dass wir mit dieser Konsolen Generation bestenfalls eine optisches Upgrade bei den Spielen bekommen, aber leider nicht mehr. Und gegenüber dem PC wird die Kluft immer grösser, was für ambitionierten Spieler die Konsolen immer unattraktiver macht.



3 Comments

  1. JTR » Der Wille ist da Oktober 10, 2014 3:42 pm 

    […] warten. Und bzg. Fortschritt bei den Konsolen mache ich mir nicht mehr viel Hoffnung, wie ich mit dem Artikel vor diesem klar […]

  2. Missingno. Oktober 30, 2014 9:44 am 

    Tobi
    29. Okt 2014

    Far Cry 3 ist ein schönes Beispiel. Ich habe es auf der Xbox360 angespielt und nach 2 Stunden abgebrochen, da das Tearing furchtbar war. Die PS3-Fassung soll abgeblich noch schlimmer gewesen sein. […]
    Die Versionen für die alten Konsolen werden nahezu unspielbar sein […]
    Aber die neuen Spiele als Diashow auf den alten Konsolen zocken?

    ScheiàŸ Qualität auf der Konsole? Kann doch gar nicht sein! Die Spiele sind doch dort GENAU SO wie der Entwickler die haben will. Jedenfalls behaupten das doch immer so gewisse Leute.

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