Hardware und Spiele Zukunft

Im Hardwaremarkt rund um Spiele geht es in letzter Zeit interessant zu und her. Als vor gut einem Jahr AMD den Grafikchip Entwickler ATI übernahm, meinten viele, dass damit Intel und Nvidia ein Problem bekommen könnten. Doch das Gegenteil trat ein. AMD hat seither kein Boden gut gemacht gegen Intel, denn deren Core 2 Duo CPUs sind momentan im mittleren und oberen Sektor ungeschlagen was Leistung anbelangt.

PC Hardware

Dies hat Intel aber nicht davon abgebracht, ein Preiskampf zu eröffnen, dem AMD unliebsam folgen musste. Intel hofft damit sein Kontrahent AMD in Bedrängnis zu bringen. Währenddessen hat AMD erfolgreich die EU auf ein Kartellverfahren gegen Intel aufgegleist. Zwar ist dies schon länger im Gange, doch erst jetzt kommt die Voruntersuchung zu konkreten Ergebnissen. Ich gehe davon aus, dass Intel weiterhin die Dominanz behält, egal wie die Kartellverfahren ausgehen. Und das Intel vor allem durch seinen technologischen Fortschritt was die Fertigungsgrössen anbelangt, schon dadurch es einfacher hat, AMD immer ein Schritt voraus zu sein (schliesslich ist das ausschlaggebend bei Stromverbrauch und Cache Integration). AMD wird inzwischen selber als Übernahmekandidat gehandhabt. Die Frage ist, wer hier in Frage käme. Samsung als weltweit zweitgrösster Halbleiterhersteller? Samsung hat seine Stärken beim PC Sektor bei den Panels von Flachbildschirmen, das grosse Geschäft mit Speicherchips (Flash etc.), hat gute Festplatten (laufruhig und mit guten Werten) im Mainstream und macht noch diverse andere Sachen in lukrativen Märkten (ua. Telekommunikation). Warum sollte Samsung in ein so stark umkämpften und grad zurzeit ruinösen Markt eintreten? Diese Frage stellt sich auch jeder andere Mitbewerber wohl. Einzig die Fabriken von AMD könnten interessant sein. Daher gehe ich davon aus, dass die schon in Gerüchten erwägten Verkäufer der Fabrikationen von AMD durchaus realistisch sein könnten, spülten sie doch AMD viel Geld ins Haus, das helfen könnte in der momentanen Lage. Kehrt um vertut hier AMD dann auch seine Chancen grad wenn es um ATI geht. Denn grad die Eigenfertigung auf kleineren Herstellungsverfahren schafte ATI immerhin ein Vorteil beim Stromverbrauch zurzeit gegen Nvidia. Denn die Fabriken in Taiwan bei denen man in der Vergangenheit fertigte, sind nicht die schnellsten wenn es um neue Herstellungsverfahren geht. Da ist man hausintern bei AMD doch noch besser, wenn auch nicht mit Intel gleichauf.

Gleichzeitig macht Nvidia seit Anfang des Jahres Druck was den Grafikkartenmarkt anbelangt. Konnte Nvidia doch ein halbes Jahr vor ATI DirectX 10 Grafikkarten rechtzeitig zum Windows Vista Start offerieren. Dieser Vorteil war zu Beginn umstritten, war doch klar, dass der Umstieg bei den Gamer auf Windows Vista frühestens mit den ersten DirectX 10 Spiele erfolgen würde. Und das ist erst jetzt langsam der Fall mit Titeln die grösstenteils auf die Unreal 3 Engine aufbauen (Bioshock, Medal of Honor Airborne). Der grösste Systemseller für DX10 Karten steht noch bevor: Crysis. ATI kämpft nebst mit minderer Leistung gegenüber Nvidia mit massiven Treiberproblemen unter Vista. Auch Nividia hat sich nicht grad leicht getan mit Vista, hat aber inzwischen die Probleme im Griff. Wie auch erst kürzlich im Netz erschienene aktuelle Spiele Benchmarks zeigen, hat Nvidia seine Hausaufgaben gemacht und bietet inzwischen mit unmerklichem Unterschiede, dieselbe Spieleperformance wie unter Windows XP. ATI hat aber auch momentan ein unausgewogenes Portfolio und eine grosse Lücke im oberen Segment der Mittelklassekarten. Diese wollen sie in Kürze schliessen (HD 2900 Pro). Wie Erhebungen ergeben haben, habe sich die Mehrheit der ambitionierten Spieler mit GeForce 8 Karten eingedeckt. Auf dem Papier war die HD 2xxx Serie von ATI was Shaderleistung anbelangt einiges besser platziert. Nur fallen die Praxiserfahrung mit den ersten DX10 Spiele ernüchternd aus. So hat ATI momentan den beiden Topkarten 8800GTX und Ultra nichts entgegen zu setzen.

AMD hat also momentan ein Problem die Spieler für sich zu gewinnen. Momentan bereitet man sich auf den Start der K10 Architektur basierten 65nm Quad Core CPUs (Phenom) vor. Benchmarks sind momentan nur im Serverbereich zu bekommen. Es ist also noch zu früh für klare Aussagen. Aber auch Intel legt massiv nach. Erst vor wenigen Monaten hat Intel die 1333 Hertz Frontsidebus Varianten ihrer Core 2 Duo CPUs auf den Markt gebracht. Und im Januar soll gleichzeitig mit AMDs neuen K10 Architektur die Penryn Kerne auf den Markt kommen. Die ersten Tests sehen schon vielversprechend aus. Die von Redaktionen getesteten Vorserien konnten bei Divx Codierung 110% zu ihren Vorgängern zulegen. Aber auch sonst sind die neuen von Intel voraussichtlich 20 bis 40% schneller. AMD hat zwar auch Benchmark Tabellen veröffentlich. Zuerst waren das Schätzungen und auch jetzt gibt’s nur wenige unabhängige Benchmarks gestreut. Die Zurückhaltung Seitens AMD mit echten Werten lässt nicht drauf schliessen, dass sie die neue Leistungskrone holen werden. Stattdessen macht AMD auf ihre stromsparenden CPUs aufmerksam. Nur hat hier Intel die letzten Jahren auch massiv nachgebessert und die Unterschiede fallen nicht mehr so markant aus wie früher. Auf dem Servermarkt macht AMD durchaus Marktanteile wett, aber für die Gamer ist AMD momentan unlukrativ, zumal hier Stromsparen noch nicht den Stellenwert hat wie bei der Industrie.

PC Spiele

Wie sieht es mit dem Markt von PC Spielen aus? Sind PC Spiele wirklich der Untergang geweiht? Ich vertrete da die gegenteilige der gängigen Meinung. Ich meine die PC Spiele sind schon eine Stufe weiter als die Videospiele. Beim PC ist Onlinegaming das grosse Schlagwort sie wie „on-demand“ Vertrieb wie zum Beispiel Valves Steam. Die Verkaufszahlen sind beim PC längst nicht mehr repräsentativ, da sich Firmen wie Valve oder Blizzard nicht in die genauen Verkaufszahlen schauen lassen. War der PC noch vor Jahren in Asien nur belächelt worden, ist er heute dort (im Gegensatz zur USA) eine der am stärksten wachsenden Plattform für Spiele. Ganz massgeblich dazu beigetragen haben die Online Rollenspiele, die genau den Geschmack der spielverrückten Asiaten trifft. Kein Wunder ist der weltgrösste MMORPG Hersteller der Welt NCsoft in Südkorea sässig, unter der Obhut der Rollenspielerfinders Richard Garriot. Auch kein Wunder, da in Südkorea die Spielindustrie als wichtiger Industriezweig staatlich gefördert wird. Die USA hingegen sind stark rückläufig was das PC Spielen anbelangt. Kehrt um kämpfen viele Händler mit der Schwierigkeit , dass Spiele all ihr Geld nur noch in monatliche Abos von MMO’s stecken und daher keine Spiele mehr aus dem Regal kaufen. Zudem machen viele „Casual Gamer“ sich bei Browsergames, die immer besser und komplexer werden, breit. Grad Online Casinos und Online Poker sind schon längst zu einem Massenphänomen geworden. Zudem ist die lizenzfreie offene Plattform PC ein El Dorado für freie und kleinere Entwickler, die oft heute noch die einzigen sind die mit innovativen Ideen aufwarten.

Videospiele

Wechseln wir zum Videospiele Markt mit den Konsolen. Hier hat sich diese Generation auch einiges getan. War die erste Konsole von Microsoft Xbox noch mit einem Intel Celeron bestückt, unterstützt von einer aufgebesserten GeForce 3 Karte, hat Microsoft Anfangs letztes Jahr den Nachfolger Xbox 360 mit einem Power 5 CPU mit drei Kernen und einer ATI Grafikkarte bestückt. Dies erklärt auch, warum Microsoft derartige Mühe hat, mit der Emulation alter Xbox 1 Titel auf ihrer neuen Konsole.

Sony hatte bisher bei ihren Konsolen auf Eigenbauten sowohl bei CPU wie bei GPU gesetzt. Nun hat Sony erstmals ein Fremdhersteller mit der Grafikeinheit beauftragt: Nvidia. Der Prozessor ist eine gemeinschaftliche Entwicklung Sonys mit IBM, der sogenannte CELL Streamprozessor. Dieser enthält ein vollwertigen Power 5 Kern sowie 8 Streaming Prozessoreinheiten, die auf vektorielle Berechnungen spezialisiert sind, die bei multimediale Anwendungen zum Zuge kommen sollen (ähnlich den Shadereinheiten bei Grafikkarten). Doch Sony hat zwar ne sehr gute Hardware abgeliefert, die zudem sehr leise und zuverlässig arbeitet, jedoch stimmt nach wie vor das Spielangebot nicht. So kommen viele Spiele später als bei der direkten Konkurrenz Xbox 350 von Microsoft raus, oder ruckelt oft sogar. Das wohl weil die Spiele noch nicht so gut optimiert sind, und Sony sträflicherweise die Entwicklerkits zu spät ausgeliefert hat.

Microsoft für sich hat seine eigenen Probleme. Zwar verkaufen sie soviele Spiele auf ihrer Xbox 360 wie Nintendo Wii und Sony Playstation 3 zusammen nicht, dafür sind sie stark in Verruf gekommen durch ihre massiven technischen Ausfälle bei ihrer Konsole. Zwar scheinen sie inzwischen die Probleme im Griff zu haben, der Ruf ist aber unwiderruflich zerstört. Kehrtum macht Microsoft grad mit ihrem Online Marktplatz Xbox Live soviel Gewinn wie sie sich nie erhofft hatten. Und auch den Preiskampf gegen Sony sind sie gut gerüstet, haben sie doch bei ihrer Konsole auf überteuerte Komponenten konsequent verzichten, bieten dennoch inzwischen bei allen Versionen HDMI Anschluss und 1080p Auflösung.

Der dritt im Bunde Nintendo kann sich ins Fäustchen lachen. Ihre Wii ist kostengünstig, setzt nicht auf High Definition sondern auf den Anschluss auf die viel verbreiteten alten Geräten und Spielspass pur. Niemand verkauft zur Zeit soviele Konsole wie Nintendo. Jedoch zeichnen sich zur Zeit dieselben Probleme ab, wie beim Vorgänger Gamecube. Einige Hersteller sind innovationsfaul und kommen mit dem neuen Bedienkonzept nicht klar. Bieten daher, wenn überhaupt, ihre Titel nur als billige Portierung (zumal die Grafikleistung der Wii weit hinter dem steht was die Konkurrenz bietet). Anderseits haben die meisten grossen Verlage verständlicherweise nach dem Gamecube Debakel nicht mehr so ohne weiteres an Nintendo und ihren Erfolg geglaubt und sind nun von diesem überrascht worden. Nun müssen sie nachholen, was das Portfolio für die Wii anbelangt und sowas kann dauern. Darum fehlen der Wii auch prompt zum Weihnachtsgeschäft ein grosses Portfolio an Blockbustern. Die meisten kommen nach wie vor von Nintendo selber. Ihre Konsole wird übrigen von einem ATI Grafikchip und einem IBM Power PC Prozessor befeuert.

Man sieht bei den Konsolen ist der grosse Gewinner IBM, ist doch schlussendlich bei allen drei der grossen Konsolen ihre Technologie vertreten. Weder AMD noch Intel mischen in dem lukrativen Geschäft noch mit. Und vergessen wir nicht, die Stückzahlen gehen in die Millionen . Schätzungsweise sind bei jeder Generation ca. 200 Millionen Geräte auf dem Markt. Es bleibt interessant wie sich das Konsolengeschäft entwickelt, zumal Microsoft allmählich ihre Startvorteile von über einem Jahr verliert, und Sony seine alten Verbindungen in der Branche nutzt um wieder die Marktführerschaft (die sie dank der PS2 eigentlich nie verloren haben) anstreben. Und das wird voraussichtlich ihnen auch gelingen, wenn auch mit einem kleineren Abstand zur Konkurrenz. Die Frage ist auch, was wichtiger ist: Verkaufte Anzahl Konsolen, oder Spiele? Denn wenn wir zweites, welches für die Dritthersteller interessant ist, anschauen, hat Microsoft ein massiver Vorsprung, denn es zu knacken gibt bei der neuen Generation Konsolen.

Einige Branchenkenner gehen davon aus, dass nach diesem momentanen Boom bei Videospielen eine starke Stagnation kommen könnte. Der PC hat als offene Plattform der einem sehr liberalen Markt folgt längst den Wechsel zu Onlineangeboten gefolgt. Zwar verfolgt jeder der Videospielehersteller diese Philosophie in Ansätzen auch. Microsoft mit Xbox Live am erfolgreichsten und konsequentesten, da Microsoft ja stark in den PC Markt eingebunden ist, und von dort lernen konnte. Aber grad Nintendo scheint diesen Trend zu verschlafen, schaut man sich ihr Onlineangebot an. Ob sie das mit ihrer „Casual Gamer“ Strategie kompensieren können, wird sich noch zeigen müssen. Ein anderes grossen Schlagwort ist „User generated Content“. Auch hier verschlafen die Konsolenhersteller ein schon seit Jahren sich abzeichnenden Trend, der nun mit dem ganzen Web 2.0 Hype geradezu ein Boom ausgelöst hat. Und hier tun sich die Hersteller der Konsolen schwer, rein juristischen, lizenztechnischen und Datenschutztechnischen Gründen. Auch hier hat momentan der PC die Nase vorn.

Mobil Markt

Wie sieht es auf dem Handheld Markt aus? Ist Mobilgaming so populär wie der Hype darum? Ich denke nicht, oder ich bin zu alt dafür. Ich habe ein Gameboy GBA und eine PSP. Beide nutze ich höchst selten. Auch sind meiner Meinung nach die Preise völlig überrissen. Analog den Preisen von Klingeltönen und anderen Mobilangeboten. Ob sich das auf lange Zeit durch zu setzen vermag, bezweifle ich stark, mussten die Erwartungen bei Handy Games doch schon massiv zurück geschraubt werden.

Schlusswort

Quellen? Keine! Das hier ist meine persönliche Einschätzung. Ich bin schlicht zu faul all die Artikel von Magazinen, Online Magazinen und andere Publikationen (Interviews etc.) zusammen zu suchen. Wer das ganze Geschehen im Spielemarkt aber etwas verfolgt wird merken, dass vieles was ich hier geschrieben habe, im Möglichen liegt.


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