Wolfenstein the new order

Ich habe mir im Steam Sale Wolfenstein the new order zum halben Preis geholt, weil als reines Singleplayer Spiel war es mir schlicht nicht mehr wert. Und der Sale kam ja relativ zeitnah mit etwas länger als einem Monat. Inzwischen bekommt man als Schweizer Kunde nicht mehr nur die deutsche zensierte Version, sondern auch die internationale ungeschnittene Version geliefert, also beide. Wenn man die englische Version spielt, dann spricht der eigene Protagonist logischerweise Englisch, die Deutschen sprechen aber dennoch Deutsch. Den Untertitel kann man abschalten.

Das Spiel bietet leider kein Multiplayer, wofür vor allem der der zweite Teil „Return to Castle Wolfenstein“ ja bekannt wurde. Der Multiplayer wurde später ja als gratis Version auch noch alleine veröffentlicht unter den Namen „Enemy Territory“ und gilt unter Shooter Fans bis heute einer der besten Multiplayer Shooter aller Zeiten. Der dritte Teil „Wolfenstein“ von 2009 hinterliess ein eher schlechten Eindruck, besser gesagt eigentlich kein Eindruck. Daher war ich gespannt wie nun der vierte Teil „Wolfenstein the new order“ unter der Führung eines neuen Studios werden würde.

 Die Geschichte

Während alle Vorgänger in der bekannten Zeitachse des zweiten Weltkriegs spielten, weicht der neue Teil davon ab. Das merkt ihr nur schon ganz am Anfang als 1946 ist und ihr gegen eine Nazi Hochburg als amerikanischer Bomberpilot Blazkowicz kämpft. Es kommt zu einem Gefecht wobei ihr dabei verletzt werdet und Jahrzehnte in ein Wachkomma fällt. Als ihr wieder aufwacht sind die 60er Jahre und nicht Hippies sondern Nazis haben die Weltherrschaft an sich gerissen.

Die Geschichtserzählung rund um einen Partisanenkampf gegen die übermächtige Nazi Herrschaft ist zweckdienlich und Shooter typisch halt sehr oberflächlich gehalten. Ok, es gibt sogar ein kleines Techtelmechtel mit einer Mitkämpferin und (wow wir sind im 21. Jahrhundert angekommen) sogar angedeuteten Sexszenen.

Sexszene

Sex im Untergrund

Zwar spielt die Geschichte in den 60er Jahren, aber da die Nazis ja sehr Technologie begeisterte Technokraten waren, hat die Entwicklung in Ingenieurwesen und Wissenschaft mächtige Schritte vorwärts gemacht. So hat man unter ihnen schon 1954 den Mond betreten. Technologien wie Robotik und Biotechnologie machten Fortschritte wie wir sie nicht mal heute in der Realität kennen.  So setzen die Nazis mechanische Kampfhunde ein, aber auch ein riesengrosse Roboter genannt das Auge von London kommt zum Einsatz. Im späteren Verlauf des Spiels werdet ihr auch den Mond besuchen. Und dieser Abschnitt gehörte gerade für mich als Astronomie begeisterte Person die sich für Raumfahrt interessiert zu den eindrucksvollsten Szenarien. Diese Mondszene ist wohl eine Hommage an die Komödie „Iron Sky“,

Mond

Die Mondbasis der Nazis

 

Im Partisanenkampf gegen die Nazis reist man von der Normandie über Berlin, London, Mond (wie schon erwähnt) zu diversen Lokalitäten. Das meiste spielt in Deutschland und Umland ab. Was ich schade finde, dass man das Atombomben zerstörte New York oder überhaupt die USA nicht besucht oder eben andere Kontinente, wenn man bedenkt, dass in der Geschichtsstrang ja die Nazis die ganze Welt erobert haben. Ich verstehe das man von den Lokalitäten her den klassischen Wolfenstein treu bleiben wollte, aber diese andere Geschichte hätte eben es angeboten eine asiatische oder afrikanische Stadt mit einzubauen.

Das Gameplay

Das Spiel ist wirklich ganz und gar ein Retro Shooter. Es gibt dennoch ein paar Zugeständnisse an neue Trends aus aktuellen Shooter. So schaltet ihr neue Funktionen bei den Waffen frei, indem ihr sie viel nutzt. Wer viel das Messer zu lautlosen hinterrücks Abstechen von Nazis benutzt, kann nach einer gewissen Zeit diese auch werfen. Auch gibt es zerstörbare Objekte. Sich also hinter Mauern und Kisten verstecken, funktioniert nur so lange wie nicht eine halber Trupp Wehrmachtkämpfer auf euch schiessen. Aus der Deckung kann man auch lehnen um sich nicht voll dem feindlichen Feuer auszusetzen. Dinge die die alten Teile nicht boten und die Wolfenstein etwas zeitgemässer machen.

Wolfenstein fühlt sich dennoch auch wie Wolfenstein an. Das Geballer und die Action machen Spass und hat mich 11 Stunden gut unterhalten. Man sollte also wirklich die Vorgänger gemocht haben und sich bewusst sein, dass Wolfenstein seinem Ursprung treu bleiben will. Wem das zu retro ist, sollte die Finger davon lassen. Der Schwierigkeitsgrad ist nicht schlecht, aber die Bosse sind zu einfach geraten, im Vergleich zur Standardkost die man so über den Haufen ballert.

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Die Technik

Das Leveldesign ist klassisch. Es gibt Festungen, Burgen(darf natürlich nicht fehlen) aber eben auch Missionen zum Mond und anderen Orten. Man findet aber keine weite offene Welt vor sich, sondern strikt und klassisch designend Levels. Das Grafikgerüst ist die altbekannte Tech 5 Engine von id-software die schon bei „Brink“ und „Rage“ zum Zuge kam, und mich dort schon nicht begeisterte. Bei Wolfenstein wurde scheinbar einiges etwas verbessert, vor allem rund um das Streamen der Texturen der sogenannten Megatextur. So kommt es nie zu einem auf poppen der Texturen, aber verwaschen und unscharf wirken sie oft dennoch am Boden und an Wänden oder Felsen. Es gibt stellenweise aber auch absolut genial wirkende Szenen wo einfach alles passt, allen voran die Beleuchtung ist immer wieder erstaunlich gut.

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 Fazit

Wen ein Oldschool Gameplay und etwas veraltet wirkende Technik nicht stört, bekommt ein grundsolider Singleplayer Shooter geboten. Mir hat es gefallen, wer die bisherigen Teile mochte kann ohne Bedenken zugreifen, besser als der letzte Teil ist diese Ausgabe alle mal und wer weiss, das Studio bettelt ja schon darum ein Nachfolger machen zu dürfen. Ich würde es ihnen gönnen, denn mit diesem Teil haben sie gute Arbeit abgeliefert. Wäre zu viel geändert worden, wären Fans der alten Teil wohl auch enttäuscht gewesen. Schlussendlich muss jeder selber entscheiden ob ihm die Essenz einer Spielserie wichtiger ist oder neuen Trends nach zu rennen. Ich denke sie haben sich richtig entschieden und grundsätzlich ein klassischen Shooter geliefert mit dennoch der einen oder anderen dezenten Neuerung. Schade ist das Ende des Spiels, weil einfach ein Cliffhanger. Entwickler von Spielserien meinen wohl, die Spieler würden wie bei TV Serien ein offenes Ende akzeptieren. Tun sie aber meist nicht und ein spannendes Ende wäre mir lieber. Ein allfälliger Logikfehler bei einem Nachfolger in 5 Jahren, erinnern sich sowieso nur die wenigsten. Also meiner Meinung nach eine falsche Entscheidung.

Ach ja… und so sieht übrigens die Konsolenversion aus:

Konsolenversion

nextgen at it’s best

 


2 Comments

  1. Zero33 Juli 11, 2014 9:56 am 

    Und WiSo spiels du nicht auf extrem?

  2. JTR Juli 12, 2014 5:16 pm 

    Weil ich zuerst die Story möglichst schnell durch spielen will. Die höheren Schwierigkeitsstufen spare ich für weitere mal durchspielen auf.

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