Overlord VS The Darkness

Ich spiele aktuell Overlord auf dem PC und The Darkness auf der Xbox 360 durch. Beide Spiele haben einige Ähnlichkeiten. Bei beiden spielt ihr das Böse, bei beiden stehen euch kleine Helferlein bei euren Greueltaten zur Seite. Beide haben eine zwar frei begehbare Welt, die aber nicht so offen ist wie bei GTA oder Oblivion, sondern aus verschiedenen Abschnitte mit entsprechenden Ladezeiten wie man es von Zelda und Konsorte kennt. Bei beiden könnt ihr euren Charakter leicht aufbauen.

Story

Overlord hat kein richtige Story, sondern ihr löst in erster Linie einzelen Quests die nur oberflächlich mit einer Alibi Story verbunden sind.

The Darkness hat eine richtige Story, rund um eine New Yorker Mafia und ihrer Familienfede. Die Story ist durchgehend, sehr gut erzählt und wird ua. mit Zwischensequenzen in InGame Grafik weitergeführt. Sehr gute englische Sprachausgabe (mit deutschen Untertitel) mit auch guter Gesichtsmimik und Animationen im allgemeinen runden das Erlebnis ab. Das ganze erinnert mich stark an die Art der Erzählungsweise von Max Payne, was als absolutes Lob zu interpretieren ist.

Hier siegt eindeutig The Darkness.

Ambiente

Overlord ist bunt, und abwechslungsreich gestaltet, mit sehr viel Liebe zum Detail. Die Welt sprüht von Leben, sei es Vegetation, oder die bevölkerten Dörfer. Wenn ich vergleichen müsste, dann würde ich Overlord mit Fable vergleichen. Die Umgebung und Charaktere erinnern stark an Herr der Ringe. Alleine schon sei Alter-Ego erinnert stark wegen des Helms an Sauron. Aber auch wie die kleinen Helferlein teils „Schatz, für mein Meister“ ausprechen, erinnert stark an Golum von Herr der Ringe. Die Dörfer und Völker könnten von Mittelerde stammen. Man findet wirklich viele Parallelen zu Herr der Ringe (sogar Dunkelwald gibts im eigentlichen Sinne).

The Darkness erinnert stark an Condemned. Finster, düster und dreckig. Wie New York bei Nacht halt ist. Die Engine dürfte sogar diesselbe sein. Mit der Zeit verliert diese Umgebung an Reiz, obschon sie sehr realistisch gestaltet ist (NY ist nunmal nicht sehr bunt). Doch zu sehr wiederholen sich die Umgebungselemente. Ich habe das Spiel noch nicht durch, deshalb hoffe ich auf Besserung. Will nichts spoilern, aber schon zwischendurch kommt man von New York weg, aber weniger düster wird es dabei nicht, im Gegenteil.

Dieser Punkt geht klar zugunsten Overlord.

Spielgeschehen

Overlord bietet vergnügliche Haudrauf Unterhaltung. Die Schergen die einem Begleiten, hauen nicht nur Gegner kurz und klein, sondern das Inventar bzw. Umgebung gleich mit. Da man sie gezielt herumkommandieren kann, und es insgesamt 4 verschiedene Arten bietet dies auch eine gewisse Art von strategischen Möglichkeiten. Mehr oder weniger löst man aber mit der verschiedenen Sorten von Schergen, verschiedene Rätsel (Hindernisse wegräumen, Teile zusammensammeln und Elemente bedienen). Die verschiedenen Levelabschnitte kann man bedingt frei ablaufen, es gibt teilweise aber Hinderniss die einem hindern beliebig weiter zu reisen. Man kann bei Overlord deutlich mehr Schergen herumkommandieren als bei The Darkness. Ich bin aktuell bei 20 Stück angelangt. Diese kann man für verschiedene Zwecke bei gewissen Schreine auch opfern, um Mana oder Lebenskraf aufzubessern. Wieviele Schergen man rekrutieren kann, legt einerseits mit einer oberen Limite sein Status fest, anderseits sogenannte Lebenspunkte die man bei toten Gegnern sammelt. Dazu kommt noch ein weiteres Spielelement das The Darkness nicht bietet. Man findet unterwegs Gegenstände die einem die private Burg und die damit verbundenen Möglichkeiten ausbauen. So kann man dann später eigene Waffen schmieden. Man findet sich in den aneinander hängenden Levels sehr gut zurecht, mit kleinen Ausnahmen (soll aber auch eine Art Steigerung der Schwierigkeit darstellen).

The Darkness ist sehr linear was den Storyablauf anbelangt. Dafür kann man die Levels von Anfang an sehr frei begehen, was allerdings auch die Gefahr birgt sich zu verlaufen. Man muss tatsächlich sich an Strassentafeln beachten um an seine Ziele zu kommen. Was sehr realistisch aber eben ungewohnt ist für ein derartiges Spiel. Allgemein gibts nur ein knapp umschriebene Aufgabenbeschreib, beim Rest muss man sich wie in der Wirklichkeit an der Umgebung orientieren. So stehen in der U-Bahn Informationsschalter parat wo man nach dem Weg fragen kann. Aufgaben als solches wie bei Overlord gibt es nicht, sondern beschränken sich auf „komme von A nach B und töte alle Gegner die dir verkommen“. Die Schergen dienen in erster Linie zum töten von Gegner, halten dabei aber nicht viel aus. Sie werden gleich wie bei Overlord bei gewissen Respawnpunkte hervorgerufen. Man braucht aber keine Lebenspunkte für sie. Man muss sich dabei im sog. Darkness Modus sein um sie rufen zu können. Dabei sollte die Umgebung abgedunkelt sein, denn die sog. Darklinge sind lichtempfindlich wie ein Vampir. Deshalb kann man auch alle Lichtquellen bis auf den Vollmond ausknipsen.

Auch hier punktet Overlord klar vor The Darkness.

Fazit

Beide Spiele sind nicht schlecht. Bei The Darkness fühlt man sich aber ab und zu etwas verloren. Dennoch ist die Geschichte derart gut erzählt und sorgt trotz düster und etwas trister Umgebung für gute Atmosphäre. Overlord ist vielleicht dem einen oder anderen doch schon fast etwas zu niedlich, für das man das angeblich inbrünstig Böse spielt. Beide Spiele kann man empfehlen, auch wenn es für The Darkness mit Condemned oder FEAR eher Alternativen gibt. Auch kommt einem Overlord innovativer und abwechslungsreicher vor. Daher gewinnt beim direkten Vergleich Overlord doch deutlich.

Ein abschliessendes Review wird evt. nach kompletten Durchspielen beider Spiele folgen. Wie gesagt, ich bin inmitten beider Spiele.


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2 Comments

  1. =dark3zz= Juli 4, 2007 4:52 pm 

    cooles review ! hättest vor 10 jahren bei meinen pages mitmachen sollen ^^

  2. Puppet Master Juli 7, 2007 3:53 pm 

    JTR war schon immer ein hemlicher Reviewwriter.
    Leider lässt er sich nur ungern für ein anderes Projekt einspannen… ^^

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