Das beste Gerät der Welt

Es ist das am vielfältigsten einsetzbare Gerät, bekommt man in diversen Bauformen und für die meisten Branchen ist es ein unverzichtbares Werkzeug, welches tagtäglich Verwendung findet. Die meisten Haushalte dürften ein halbes Dutzend davon ohne es überall zu bemerken herum stehen haben. Wenn ich nun sage, dass es das Internet am laufen hält, und die meisten Dinge die wir nutzen auf so einem Gerät entwickelt wurde, dann dürfte langsam klar sein was ich meine:

DER PC

In letzter Zeit wird sein Tod proklamiert und Manager der IT Branche zeichnen den Weltuntergang an die Wand, wenn man den PC anspricht. Doch wie steht es um DEN PC? Als PC Gamer wird man bemitleidet, weil man ja angeblich nichts mehr zu spielen hat und es viel bessere Geräte dafür gibt, allen voran die Konsolen. Aber ist dem wirklich so?

Was ist der persönliche Computer den wirklich? Diese Frage müssen wir uns stellen um die Frage ob er dem Untergang geweiht ist wirklich beantworten zu können. Dazu muss man sein Werdegang bis heute mal Revue passieren lassen um zu verstehen wie die Entwicklung des PC überhaupt von statten ging und evt. noch gehen wird. Etwas Geschichtsstunde gefällig?

Die Geschichte eines Erfolgsgerätes sondergleichen

Der Personal Computer (PC) entstand aus dem Bedürfnis ein Arbeitsgerät einerseits zur Unterhaltung einzusetzen, anderseits aus Neugier von Elektronik Nerds. Die Technik hinter Rechenmaschinen wie dem Computer faszinierte die Menschen lange bevor sie einen zu Hause besitzen konnten. Man kannte es evt. von der Universität die man in jungen Jahren besucht hatte, oder man hatte das Privileg gerade in den USA bei einem Arbeitgeber zu arbeiten, der so ein enorm grosses Rechenbiest im Keller stehen hatte.

Nach dem zweiten Weltkrieg war die Grundlage für die Informatik gelegt worden. Schon vorher hatten die zwei Weltkriege bei den Militärs den Bedarf von schnellen Rechenmaschinen ausgelöst. Daraus wurden die ersten Konzepte von modernen elektrisch betriebenen Rechenmaschinen ersonnen, ua. von dem deutschen Ingenieur Zuse, aber auch diversen amerikanischen Firmen. Bei den Briten hatte Alan Turing den Verschlüsselungscode der deutschen Bundeswehr durch so eine Maschine geknackt. Das Fundament war also da, nun folgte die Erschliessung eines Marktes. Und hier war neu nicht das Militär die massgeblich treibende Kraft mehr, sondern mit dem wirtschaftlichen Aufschwung die Finanzwelt und damit auch das Steueramt der USA. Sie waren es die sich in den 50er Jahre die ersten grossen Rechenanlagen bauen liessen und so die Arbeit von vielen Buchhalter und Steuerbeamten beschleunigten. Lange Zeit war das die massgebliche Kundschaft.

Es folgten noch andere ingenieurstechnischen Anwendungen und die Maschinen wurden dank integrierte Schaltungen, weg von Röhrentechnik die sperrig und anfällig war, immer kleiner. Kleinere Schaltkreistechniken fanden dann ab den 60er auch in Spielgeräten wie der Odyssey von Magnavox, der ersten Spielkonsole, Verwendung. Und diese musste zwangsweise kompakt und klein sein. Der früher Erfolg der Firma ATARI war hier massgeblich. Später in den 70er Jahren fanden zwei massgebliche Veränderungen statt. Einerseits wurde der erste PC Bausatz (Altair 8800) veröffentlicht der mit rund 1000$ für jedermann erschwinglich wurde und Commodore als Firma kam mit dem ersten wirklichen Personal Computer PET 2001 auf den Markt.

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Apple und IBM haben danach dieses Konzept kopiert und den Massenmarkt erschlossen. Mit dem Personal Computer wurden die Computer als solches auch immer mehr modular aufgebaut. Sprich Elemente wie ein CPU oder einer Soundkarte wurden nicht mehr fest verlötet sondern gesteckt. Die universellen Busstecksysteme ermöglichten es, neue Funktionen und Gerätekomponenten auch alten Geräten nach zu rüsten. Das erst ermöglichte es den Privatanwender den PC auf ihre individuelle Wünsche anzupassen. Dies plus Anwendungen wie Spiele und die immer günstiger werdende Geräte waren massgeblich in den 80er bis Mitte 90er Jahre enormen Boom des PC verantwortlich. Danach war das Internet der Katalysator der dafür gesorgt hat, dass in der westlichen Welt so gut wie jeder Haushalt innert Kürze ein PC besass.

Diese Art von PC ist diese welche die meisten Leute im Kopf haben, wenn man vom PC spricht. Doch ist das sein einziges wahres ich?

Der PC  und seine Vielfalt

Die PC Technik findet seit Jahrzehnten in viel grösseren Umfang in allen Bereichen unseres Leben Anwendung. Sei es eine Kasse, ein Geldautomaten oder die Steuerung von Industrieanlagen. Während die analoge Telekommunikation ein Geschäfts- aber auch technisches Feld für sich war, ist die digitale Welt eine Welt der Informatik, eine Welt des PC. Dieser Wandel von analog zu digitalen Welt konnte man zum Beispiel bei einem anderen Steckenpferd von mir auch schon ab Mitte der 70er Jahren beobachten. So wurde bei Pinball Automaten (Flipper) diese Umstellung von allen grossen Hersteller wie Gottlieb, Williams, Stern oder Bally vollzogen (ca. um 1978 herum). Und genau hier wurde für die gerade in den 80er Jahren immer komplizierte und auf Lichteffekte ausgelegten Tische auf dieselbe Technologie zurückgegriffen wie bei den Spielautomaten in Spielhallen. Integrierte Schaltungen und ROM auf denen die Spiellogik gespeichert war.

Auch in den 80er Jahren wurden die ersten Mobilgeräte ersonnen und auf den Markt gebracht wie zum Beispiel der erste Laptop GRiD Compass 1100 wurde 1982 auf den Markt gebracht. Ebenfalls in den 80er fand die Umstellung der frühen Mobiltelefone aus den Mitte 70er Jahren auf digital Technik statt und fand Anfang der 90er langsam der Durchbruch im Massenmarkt statt. Während die analogen Funktelefone der 70er Jahren nichts mit integrierten Schaltungen zu tun haben, sind die Smartphones heute eigentlich kleine Computer.

Nach und nach verdrängt die IT Branche diverse Branchen. War früher Nokia Weltmarktführer oder Motorola einer der grösste Chipproduzenten, sind heute diejenigen Tonangebend die ihr Geld mit dem PC Geschäft verdient haben wie Intel, Microsoft, Apple und neuere Globalplayer aus dem boomenden Webbereich wie Google. Inzwischen verlieren aber auch Firmen wie Intel den Anschluss an neuere und agiler agierende Firmen wie ARM, die schon früh auf Stromspartechnik bei den CPU gesetzt haben. Und diese Konsolidierung die eine viel kleinere Wirkung hat als vorherige (wie dem Niedergang von Motorola zum Beispiel) wird heute medial viel mehr gewichtet als frühere Konsolidierungen. Dabei stirbt der PC nicht aus, er hat nur seine Form und Anwendungsgebiete geändert oder erweitert. Heute findet IT Technik in so vielen Branchen Verwendung wie nie zuvor. Und eine Änderung in dem Erfolgskonzept der PC Technologie ist momentan nichts absehbar. Dass nicht mehr jeder ein sperriges Gehäuse von PC unter dem Tisch stehen hat, bedeutet nicht sein Ende. Die Betriebssystem die auf Smartphone, Tablet usw. Verwendung finden, haben genauso ihr Ursprung beim PC wie die Technik, sprich CPU etc. Ein Smartphone hat immer noch Fest- und Arbeitsspeicher. Warum? Man könnte einfach ein Speicherpool mit schnellen Flashspeicher nutzen. Warum tippen wir immer noch die meisten Nachrichten und nutzen nicht die Sprache die uns Menschen eigentlich näher liege und die schon lange via Voicemail etc nutzbar ist? Weil wir es von unseren Erfahrung mit PC so gewohnt sind. PC und seine Nutzung hat nicht nur die Industrie sondern die Nutzerbasis enorm geprägt. Es wird wohl Generationen brauchen bis sich da ein Umdenken überhaupt etablieren könnte.

Fazit

Der PC stirbt nicht, er verdrängt sogar vieles andere und ist immer noch auf dem Weg seines Siegeszuges. Dass er mit der Zeit geht und seine Form geändert hat, darüber dürften wir alle froh sein. Aber jammern sollte wirklich niemand darüber. Wie sagt man so schön: geh mit der Zeit oder du gehst mit der Zeit. Gutes Beispiel für den Siegeszug des PC und seiner Technik sind die aktuellen Konsolen PS4 und Xbox One. Auf zweiterer läuft sogar ein Windows als Betriebssystem und beide Geräte laufen mit herkömmlicher (2jähriger) PC Technik im unteren Leistungssegment. Während die Vorgängerkonsolen noch Sonderanfertigung von Prozessoren etc. bekamen, wird aus Kostengründen nun 0-8-15 Komponenten verbaut, die vorher schon bei PCs verbaut wurden.

Der PC als Spielgerät wird seit 1998 Tod gesagt (an der damaligen E3). Inzwischen ist der PC als Spielgerät so lebendig wie nie zuvor. Während bei den Konsolen seit Jahren die Liste an Exklusivtitel kürzer wird, hat der PC sein Siegeszug klang heimlich vollzogen und ist heute umsatzsstärkste Spielplattform der Welt. Uns PC Gamer muss also niemand bemitleiden. Wer zum günstigsten Tarif in bester Grafik spielen will, der kommt um ein PC nicht herum. Die paar wenigen und mit teuren Verträgen erkauften Exklusivtitel der Konsolen lassen aber auch uns mindestens eine der Konsole zu Hause stehen haben.


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